Danke, Stella. Danke, Benny.

18.06.2026 geändert vor 6 Stunden
von Sabine Blemenschütz
©Mit Hilfe von KI generiertes Bild

Offiziell angekündigt haben es beide schon vor einiger Zeit. Der passende Rahmen für ihre Verabschiedung hat bisher jedoch gefehlt – und ehrlich gesagt waren wir uns nicht ganz sicher, ob es wirklich dabei bleiben würde. Nun steht die Entscheidung endgültig fest.

Das Final Four bietet den würdigen Rahmen, um Stella Mäntler-van Rahden und Benjamin Stanzl von der aktiven internationalen Hockeybühne zu verabschieden.

Damit die Ehrungen zeitlich gut in den Finaltag passen und der ORF in seiner Programmplanung nicht beeinträchtigt wird, sind folgende Zeitfenster vorgesehen: Stella wird vor dem Herrenfinale verabschiedet, Benny anschließend zwischen Herren- und Damenfinale.

Der Österreichische Hockeyverband würde sich freuen, wenn möglichst viele Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, Fans sowie Hockeybegeisterte diesen besonderen Moment gemeinsam mit ihnen erleben.

Stella Mäntler-van Rahden

Ihr Debüt im Nationalteam feierte Stella Mäntler-Van Rahden als Torfrau am 20. Jänner 2018 bei der Hallen-Europameisterschaft in Brüssel – und es hätte kaum besser beginnen können: Österreich besiegte Schweden mit 6:0.

In insgesamt 59 Länderspielen hütete sie das Tor des Nationalteams und wurde mehrfach als MVP oder „Best Goalkeeper“ eines Turniers ausgezeichnet.

Unvergessen bleibt ihr gehaltener Siebenmeter gegen die Gastgeberinnen bei der Hallen-Weltmeisterschaft 2023 in Südafrika – ein Schlüsselmoment auf dem Weg zur historischen Silbermedaille. Mit den Red Foxes gewann sie außerdem Bronze bei den Hallen-Europameisterschaften 2024 in Berlin und 2026 in Prag.

Ihren letzten Einsatz im Nationalteam absolvierte sie bei der Hallen-Europameisterschaft im Jänner 2026. Es war ein standesgemäßer Abschied: Österreich gewann gegen Irland mit 8:0 – erneut ohne Gegentor. Die internationalen Kommentatoren Nick Irvine und Andy Halliday würdigten ihre Leistung mit den Worten: „That’s good goalkeeping, really solid, ... The mother of twins. Seven months only to come back. That’s quite an achievement.“

Nun hängt Stella Mäntler-Van Rahden Nationalteamtrikot, Helm, Kicker und Hockeyschläger an den Nagel. Den jüngeren Spielerinnen möchte sie vor allem eines mitgeben: „Genießt es! Alle Erfolge sind hart erarbeitet, und darauf darf man auch stolz sein.“

Benjamin Stanzl

Die außergewöhnliche Hockeykarriere von Benjamin Stanzl könnte ganze Bücher füllen – ein kurzer Artikel kann ihr kaum gerecht werden.

Seine Geschichte ist weit mehr als eine Sammlung von Medaillen und Titeln. Sie erzählt von einem Kind, das in einem Hockeyschläger mehr sah als ein Stück Holz. Von einem jungen Mann, der mit Geduld, Ehrgeiz und Leidenschaft jeden Tag ein Stück besser werden wollte. Und von einem Spieler, der gemeinsam mit außergewöhnlichen Weggefährten ein kleines Hockeyland auf die größte Bühne der Welt führte.

Mit 283 Länderspielen (184 am Feld und 99 in der Halle) ist Benjamin Stanzl Österreichs Rekord-Nationalspieler. Gemeinsam mit seinen Mannschaften feierte er unzählige Erfolge und wurde zweimal Hallen-Weltmeister (2018 und 2023) sowie viermal Hallen-Europameister (2010, 2018, 2022 und 2026).

Zu diesen Mannschaftserfolgen kommen zahlreiche individuelle Auszeichnungen: 2010 bester Spieler bei der EM in Almere, 2013 bester Spieler der deutschen Meisterschaft, 2014 bester Spieler bei der World League, 2015 bester Spieler bei der WM in Leipzig, 2018 bester Spieler bei der EM in Antwerpen und 2018 bester Spieler der WM in Berlin.

Seine Karriere hinterlässt Spuren, die weit über das Spielfeld hinausreichen. Er hat Generationen inspiriert, jungen Spielerinnen und Spielern neue Perspektiven eröffnet und dem österreichischen Hockey entscheidende Impulse gegeben.

Benjamin Stanzl hat eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist, wenn außergewöhnliches Talent auf Beharrlichkeit trifft und Träume mit Konsequenz, Leidenschaft und Herz verfolgt werden.