Sebastian Schwidder, Analyst/Co-Trainer des ÖHV, HC Rotterdam und Crefelder HTC, aktuell DSD Düsseldorf
Wie vielseitig und wertvoll Videoanalyse im Hockey eingesetzt werden kann, zeigte Sebastian Schwidder im Rahmen der Fortbildung eindrucksvoll. Mit viel Praxisbezug, zahlreichen Videobeispielen und konkreten Tipps für die direkte Umsetzung vermittelte er, dass Video längst mehr ist als ein Werkzeug zur klassischen Spiel- und Gegneranalyse.
Im Mittelpunkt stand zunächst die Frage, welche Möglichkeiten Video im Hockey bietet. Neben der Analyse von Spielen und Gegnern wurden auch Einsatzbereiche wie Lernvideos, individuelles Feedback, Motivation, Scouting sowie die Beobachtung aktueller Entwicklungen und Trends thematisiert. Anhand von umfangreichem Videomaterial wurde dabei anschaulich gezeigt, wie unterschiedlich Video eingesetzt werden kann und welchen Mehrwert es für Spieler und Trainer bietet.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der praktischen Umsetzung: Wie viel Equipment braucht es tatsächlich, um professionell mit Video zu arbeiten? Und welche Lösungen aus dem internationalen Spitzenhockey lassen sich auch im Amateur- und Nachwuchsbereich sinnvoll nutzen? Sebastian Schwidder zeigte zahlreiche Möglichkeiten auf, wie sich mit überschaubarem Aufwand und vorhandenen Mitteln effektive Videoarbeit in den Trainings- und Spielalltag integrieren lässt.
Auch Daten, Auswertungen und KPIs kamen nicht zu kurz. Welche Kennzahlen sind im Hockey wirklich relevant? Wie kann die Wertigkeit einzelner Aktionen und Spielsituationen beurteilt werden? Mit konkreten Beispielen aus dem Hockey und anderen Sportarten wurde deutlich, wie sich Daten und Videoanalyse sinnvoll miteinander verbinden lassen.
Besonders spannend waren die Einblicke in die Arbeitsweise von Performance Analyst im internationalen Spitzenhockey. Welche Daten werden erfasst? Wie werden sie erhoben und aufbereitet? Und wie fließen die gewonnenen Informationen in Spielvorbereitung, Analyse und Trainingssteuerung ein? Durch zahlreiche Beispiele aus dem Weltklasse-Hockey wurde die professionelle Arbeit der Performance-Analyse greifbar und auf anschauliche Weise vermittelt.
Eine Fortbildung mit vielen Aha-Momenten, jeder Menge Videomaterial und vor allem zahlreichen Inputs, die sich direkt in die eigene Trainings- und Analysearbeit übertragen lassen. Sebastian Schwidder verstand es, komplexe Inhalte praxisnah zu vermitteln und zu zeigen, dass professionelle Videoanalyse nicht zwangsläufig kompliziert oder teuer sein muss – sondern vor allem eines braucht: die richtigen Fragen und einen gezielten Blick auf das Spiel.