Beinahe-Überraschungen in der Bundesliga

24.09.2022 geändert vor 6 Monaten
von Sabine Blemenschütz

HDI WAC Coach Robert Mayer fasst das heutige Spiel seiner Mannschaft mit einem Satz zusammen "Hockey spielen für ein Viertel reicht nicht!" Gemeint damit ist, dass Post SV in den ersten drei Vierteln die klar bessere Mannschaft ist. HDI WAC findet überhaupt nicht in das Spiel. Post SV lässt den Ball laufen, kombiniert gut und führt 2:0 nach dem 1. Viertel.

Zur Halbzeit lautet der Spielstand noch 3:1 und nach Seitenwechsel zieht Post SV auf 6:1 davon. HDI WAC einfach chancenlos in dieser Phase des Spiels, die Post-Herren sehr effektiv. Erst im letzten Viertel wird das Spiel noch einmal spannend. Post SV ist der Meinung genug für das Spiel gemacht zu haben und HDI WAC will sich nicht so einfach geschlagen geben. Sie kommen bis auf 7:5 heran, für mehr reicht es dann aber nicht mehr.

NAVAX AHTC hält gut mit und es entwickelt sich ein flottes Herrenspiel. Mit einem 0:0 geht es in die Halbzeit. Etliche Arminen-Ecken später, die NAVAX AHTC alle sehr gut entschärft, hat SV Arminen zwar 2x die Stange getroffen, 1x die Latte gestreift und immer noch kein Tor erzielt.

AHTC bleibt aktiv und gefährlich und in Minute 39 steht Hannes-Hermann Heßler bei einem Konter goldrichtig - langer Pass in den Kreis und mit seinem Schläger sticht er den Ball in das Tor - AHTC führt 1:0.

Knapp vor einem Überraschungssieg steht NAVAX AHTC auf eigener Anlage. SV Arminen nimmt sich viel vor für dieses Spiel, ist es doch die Generalprobe für die EHL KO16. Die erste Halbzeit verläuft nicht ganz wie gewünscht - SV Arminen ist zwar spielbestimmend, erspielt sich einige Chancen, erzielt aber keine Tore.

Es geht in das letzte Viertel. Coach Dariusz Rachwalski, der in seinem letzten Spiel in der Meisterschaft für Arminen an der Seitenlinie steht, findet klare Worte und motiviert seine Herren für das verbleibende Viertel. Nicht ganz 3 Minuten später, versenkt Dominic Uher endlich eine Strafecke und erzielt den Ausgleich zum 1:1. NAVAX AHTC kämpft weiter um jeden Zentimeter in diesem Spiel, doch SV Arminen ist am Drücker. Die Frage ist nur - geht es sich noch aus? Und ja!

Ein langer Pass in den Kreis und Patrick Schmidt lenkt den Ball 2 Minuten vor Schluss in das Tor. Des einen Freud' - des andern Leid!

Das 1. und 2. Viertel könnte man als Geplänkel von Viertellinie zu Viertellinie bezeichnen. Beide Mannschaften agieren hauptsächlich im Mittelfeld und kommen zu keiner wirklich torgefährlichen Aktion. Fast könnte man meinen es wurde die Devise "Schusskreis betreten verboten" ausgegeben. 0:0 der Halbzeitstand.

Im 3. Viertel nützt Gloria Kleinhansl eine Lücke in der Arminen-Verteidigung und findet in Anna Jost die richtige Abnehmerin - sie fälscht den Ball zum 1:0 ab. Dieser Treffer scheint SV Arminen mehr anzuspornen als die Heimmannschaft.

In Folge sind sie die aktivere Mannschaft und erspielen sich zwei Strafecken. Die erste wird auf der Linie abgewehrt und bei der zweiten Strafecke zeichnet sich Torfrau Stella van Rahden aus.

Im letzten Viertel setzt sich HDI WAC immer besser durch. Sie haben mehr Vorteile im Mittelfeld - immer wieder angetrieben durch Steffi Podpera - und erspielen sich mehrere Strafecken in Folge. Torfrau Theresa Anderlik zeichnet sich mehrfach aus, aber 3 Minuten vor Schluss kann sie einen Schuss mit dem Schläger noch abwehren, lenkt den Ball aber direkt zu Reingeberin Amelie Malik, die den Endstand von 2:0 herstellt.

Nicht gerade meisterlich startet NAVAX AHTC in das Auswärtsspiel gegen Post SV - manche Fans sprechen sogar von einer "unterirdischen Leistung". "Körperlich waren wir zwar anwesend, aber wir sind das viel zu lasch angegangen" meint Coach Christian Hoffmann.

Post SV vertraut auf eine defensive, aber sehr kompakte Spielweise und hat damit Erfolg. NAVAX AHTC macht zu wenig für das Spiel und Post SV nützt die Chance einer Strafecke durch Paula Brandl, um bis zur Halbzeit 1:0 in Führung zu gehen. Nach Seitenwechsel spielt Sophie Mayen einen perfekten Konter, zieht die Gegenspieler an sich und legt den Ball im richtigen Moment ideal auf die freistehende Nathalie Matousek - 2:0 für Post SV.

Im letzten Viertel reißt NAVAX AHTC das Ruder herum. Post SV ist körperlich nicht mehr in der Lage zuzusetzen und AHTC profitiert von der besser besetzten Tauschbank. Johanna Czech verkürzt zunächst auf 2:1 - per argentinischer Rückhand zirkelt sie den Ball in die lange Ecke. Philippa Proksch setzt dann noch eines drauf und schafft den 2:2-Ausgleich.

Im Penalty Shoot-Out behält NAVAX AHTC die Oberhand, gewinnt mit 2:1 und holt sich noch einen Zusatzpunkt.

Keine Blöße gibt sich HC Wr. Neudorf im Hockeystadion und ist klar die bessere Mannschaft. Den ersten Treffer erzielt die Jüngste im Team - Marie Vavier verwertet einen Querpass von Marianne Pultar zum 0:1.

Etwas Glück hat HC Wr. Neudorf kurz vor der Halbzeitpause - sie nehmen das "Geschenk" einer Strafecke dankend an. Die Ecke führt zu einer Körperabwehr auf der Linie und den dafür verhängten Penalty verwandelt Kathi Auffinger problemlos.

Auch in Halbzeit 2 ändert sich wenig am Gesamtbild. HC Wien ist bemüht und kommt zu einigen Angriffsaktionen, lässt sich aber viel zu leicht den Ball einfach aus dem Schläger nehmen. HC Wr. Neudorf erspielt sich viele Chancen, kommt aber zu keinem Torerfolg. Sie verzichten darauf aggressiveres Pressing einzusetzen und verschieben brav, während sich der HC Wien den Ball in der Verteidigung hin- und herschiebt.

Dann nimmt sich Sophia Klaus ein Herz, tritt an und ihr Querpass landet bei der ungedeckten Dani Streb, die den Ball zum 0:3 im Tor unterbringt. Alles in allem ein verdienter, einfacher Sieg.

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