Regeländerungen mit Herbst 2013

22.08.2013 geändert vor 6 Monaten

In dieser Information wird auf nachstehende Regeländerungen und Änderungen in der Wettspielordnung eingegangen

1) Spielen des Balles über Schulterhöhe – dazu gibt es Videos (anklicken „Erlaubt“, „Nicht erlaubt“)

2) Beschleunigung der Durchführung der kurzen Ecke

3) Eigentor bei Penalty U10, Shoot out Bundesliga/Cup

4) Mindestpieleranzahl

5) Jugendliche im Erwachsenenbereich

6) Spielen ohne Torwart mit 18 genannten Spielern

Es ist unabdingbar, dass sich sowohl Schiedsrichter als auch Spieler mit diesen Änderungen vertraut machen.

1) Spielen des Balls über Schulterhöhe

Die FIH hat nach einer Testphase den Kontinentalverbänden empfohlen diese Regel einzuführen. Aus diesem Grund hat sich der ÖHV entschlossen diese Regel mit Beginn der Herbstsaison 2013 für die Damen- und Herren Bundesliga, für Cupspiele als auch für die Herren B-Liga einzuführen um den NationalspielerInnen eine optimale Vorbereitung für Qualifikationsturniere und Europameisterschaften zu ermöglichen.

Die Regel lautet nun:

„Spieler dürfen den Ball über Schulterhöhe spielen, sofern dies nicht gefährlich ist, oder zu gefährlichem Spiel führt.“

Diese Regel erlaubt den Spielern, immer unter dem Aspekt der Gefährlichkeit

- das Stoppen
- das Ablenken
- mittels einer kurzen Bewegung das „Richtung geben“ des Balles

über der Schulterhöhe. Ein direkter absichtlicher Schlag in der Luft über eine große Entfernung auf Grund der Gefährlichkeitsregel verboten. Die Sicherheit der Spieler geht auf alle Fälle vor.

Man beachte:

1) Auf die Einhaltung der 5-Meter Regel sowie der Gefährlichkeitsregel wird besonders hingewiesen.

2) Sollte ein Spieler den Ball absichtlich über eine große Entfernung mit dem Schläger über Schulterhöhe schlagen (egal ob gefährlich oder nicht), so ist dieses absichtliche Vergehen dementsprechend zu bestrafen (Spielstrafe + persönliche Strafe).

3) Mit dieser Regeländerung ist es Verteidigern erlaubt im Schusskreis ohne einen Torschuss abzuwehren mit dem Schläger über Schulterhöhe zu spielen.

Ball über Schulterhöhe - erlaubt

Ball über Schulterhöhe - Nicht erlaubt

2) Beschleunigung der Durchführung einer kurzen Ecke

In Anlehnung an die Einführung einer „45 Sekunden Shot Clock“ durch die FIH bei der kurzen Ecke (45 Sekunden Countdown) gilt in Österreich in allen Spielklassen (ausgenommen U10) folgende Regelinterpretation:

- Die Zeit zwischen Verhängung und Durchführung einer kurzen Ecke soll nicht mehr als 45 Sekunden betragen.

- Die Schiedsrichter sind angehalten sowohl die Stürmer als auch die Verteidiger nach dem Verhängen einer kurzen Ecke aufzufordern umgehend die KE-Aufstellungen einzunehmen.

- Einzig dem Kapitän oder einem einzigen Spieler am Spielfeld ist es erlaubt beim Schiedsrichter in gemäßigter Form zu intervenieren, wenn es sich um eine mögliche Fehlentscheidung handelt. Sollten mehrere Spieler auf den Schiedsrichter zulaufen („Crowding“) oder die Interventionen nicht in gemäßigter Form ablaufen, so ist der Kapitän bzw. jener Spieler, der übermäßig interveniert, mit einer Karte zu bestrafen.

- Bei einer Intervention solle der involvierte Schiedsrichter in kurzer Form mit seinem Kollegen Kontakt aufnehmen (Augenkontakt, Funk) um zu einer endgültigen Entscheidung zu kommen. Ist ein kurzes Gespräch zwischen den Schiedsrichtern notwendig, soll die Spielzeit gestoppt werden. In der Zwischenzeit haben alle anderen Spieler (Verteidiger wie auch Angreifer), ausgenommen jene, welche mit dem Schiedsrichtern sprechen, ihre Positionen einzunehmen.

- Nachdem eine endgültige Entscheidung gefallen ist, so sind auch diese Spieler aufzufordern umgehend, ohne weitere Proteste ihre Position einzunehmen.

- Die Spieler der verteidigenden Mannschaft sollen nach Verhängen einer kurzen Ecke ihre Schutzkleidung ohne Zeitverzögerung anlegen. Sollte die Schutzkleidung „vergessen“ worden sein oder sich noch in einer Tasche befinden, so kann pro Halbzeit einmalig durch Zeitstopp den Verteidigern eine längere Zeit eingeräumt werden ihre Schutzkleidung anzulegen.

- Eine Zeitverzögerung durch das Hinterfragen der Eckenvariant beim Trainer sowie durch das Bilden eines Spielerkreises soll unterbunden werden.

Sollten Verteidiger wie auch Angreifer den Anweisungen der Schiedsrichter zur umgehenden Durchführung der kurzen Ecke nicht folgen so ist der Kapitän mit einer Karte zu bestrafen.

3) Durchführung des Penaltys

Bei einem Penalty in der U10 (durchgeführt statt einer kurzen Ecke) als auch beim Penalty-Shoot Out in der Bundesliga und Cup (bei Unentschieden) kann ein EIGENTOR erzielt werden.

4) Mindestspieleranzahl am Feld

Eine Mannschaft gilt als nicht angetreten, wenn sie

- Bei Großfeldspielen mit weniger als 8 Spielern auf dem Spielfeld

- Bei ¾ Feld mit weniger als 7 Spielern auf dem Spielfeld

- Bei Kleinfeldspielen mit weniger als 4 Spielern auf dem Spielfeld

zum Spiel antritt.

Sinkt die Zahl der Spieler einer Mannschaft während eines Spieles (durch Verletzung oder Ausschluss) unter diese Anzahl so ist das Spiel von den Schiedsrichtern NICHT abzubrechen. Ein Spiel ist erst dann abzubrechen, wenn sich von einer Mannschaft kein Spieler mehr am Spielfeld befindet.

5) Jugendlicher Spieler in Erwachsenenklasse

Sollte ein jugendlicher Torwart in einer Erwachsenklasse spielen, dann ist es NICHT notwendig, dass dieser während der gesamten Spielzeit eine volle Torwartausrüstung (Kopf- Gesichts- Brust und Unterleibsschutz sowie Torwarthandschutz, -schienen und -kicker) trägt.

Das heißt, dass ein Jugendspieler im Erwachsenenbereich auch als „fliegender Torhüter“ eingesetzt werden darf. In allen Jugendspielklassen bis inkl. U18 muss weiterhin ein voll ausgerüsteter Torwart am Spielfeld sein.

6) Regelklarstellung

Es ist einer Erwachsenenmannschaft erlaubt, egal ob sie mit einem oder zwei voll ausgerüsteten Torwarten am Spielbericht angetreten sind, jederzeit (ausgenommen nach Verhängen einer kurzen Ecke) einen am Spielfeld befindlichen voll ausgerüsteten Torhüter durch einen Feldspieler oder einen Feldspieler mit Torwartrechten zu ersetzen. Der voll ausgerüstete Torhüter darf jedoch seine Ausrüstung nicht ablegen, wenn diese Mannschaft mit 16 Feldspielern und zwei voll ausgerüsteten Torhütern am Spielbericht angetreten ist.

Eilmer Thomas

Österreichischer Hockeyverband,

Schiedsrichterreferent