Supercup = Ligastart

02.09.2022 geändert vor 9 Monaten
von Sabine Blemenschütz

Nach einem aufregenden Sommer mit vielen internationalen Bewerben, konzentrieren wir uns in den nächsten beiden Monaten auf die Herbstsaison am Feld, bevor es zu einem nahtlosen Übergang zum Hallenhockey geht.

Die beiden Europacup-Teilnehmer bei den Herren - Meister SV Arminen und Post SV - läuten traditionellerweise den Ligastart im Herbst ein. Am Sonntag um 18:00 Uhr wird am Postplatz der Supercup der Herren über die Bühne gehen.

Die Damen steigen eine Woche später ein und Meister NAVAX AHTC wird am 10.09.2022 um 18:30 Uhr im Hockeystadion auf den HDI WAC treffen und um den Supercup-Sieg spielen. An dem Wochenende startet dann bereits die Herren-Bundesliga, während die Damen auch da versetzt beginnen.

Zeit also, dass wir uns anschauen, was sich bei den Kadern so getan hat - wie beeinflussen manche Wechsel das Mannschaftsgefüge und wer hat sich wie verstärkt für die kommende Saison. Wir haben uns bei den Mannschaften umgehört - als Titelanwärter bei den Herren wird am häufigsten SV Arminen genannt, denen noch immer die größte Routine zugeschrieben wird, während bei den Damen NAVAX AHTC die Favoritenrolle zugesprochen wird.

In dieser Vorschau widmen wir uns den Herren-Mannschaften in der Bundesliga - die Damen folgen kommende Woche.

SV Arminen verliert mit dem kurzfristigen Weggang von Florian Hackl und Maximilian Kelner (Wechsel zum Düsseldorfer HC) zwei weitere starke Jugendspieler des ursprünglich sehr zukunftsträchtigen 2002/03er Jahrgangs. Der Kader der Schwarz-Weißen ist noch immer sehr breit aufgestellt, die jugendlichen Top-Spieler sind aber in alle Winde des internationalen Hockeys verstreut. Für die kommende Saison wird man Spieler der Westend-Mannschaft in den A-Kader hochziehen.

Hart trifft den Meister auch, dass Trainer Dariusz Rachwalski dem Ruf seines Vaters folgt und er seine Aktivitäten wieder nach Polen verlegen wird, um AZS Politechnika Poznańska als Trainer zu unterstützen. Er wird die Arminen noch bis zu den KO16-Spielen bei der EHL begleiten und dann seinen Abschied nehmen. Co-Trainer Tin Matkovic wechselte im Sommer zum Berliner HC und wird dort die Damen-Bundesligamannschaft coachen.

Die Herren der SV Arminen haben dennoch den Anspruch den Meistertitel auch in dieser Bundesliga-Saison zu erspielen, bei der EHL-KO16 zumindest ein Spiel zu gewinnen und eine gute Performance abzuliefern.

Post SV hat zwar weniger mit Abgängen, als vor allem mit Verletzungspech zu kämpfen. Zwar fallen in dieser Saison die slowakischen Spieler weg und Daniel Geißler geht für ein Semester nach Portugal, noch viel mehr schmerzt aber, dass die langzeitverletzten Stammspieler Christoph Turek und Luci Unterkircher nach wie vor ausfallen und die Stanzl-Brothers ebenfalls verletzt sind.

Auch Post SV verfügt über einen breiten Kader, der es möglich macht, dass die Ausfälle durch den eigenen Nachwuchs abgedeckt werden können. Das neue Trainer-Gespann Nico Nyckowiak und Lucas Unterkircher soll für frischen Wind im technisch-taktischen Bereich sorgen.

Post-Präsident Clemens Rarrel sieht eine schwierige Herbstsaison, in der es gilt nicht den Anschluss zu verlieren, geht aber davon aus, dass das Frühjahr sehr positiv verlaufen wird und seine Herren-Mannschaft am Ende wieder ganz vorne mitspielen wird. Als Titelanwärter tippt er auf die Routine von SV Arminen oder den WAC, der keine Abgänge zu verzeichnen hat.

Bei dem HC Wien wird sich vor allem der Wechsel von Benjamin Kölbl zum Polo Club Hamburg auf das Mannschaftsgefüge auswirken. Etwas aufgefangen werden, soll dieser Verlust von Neuzugang Kai Kokolakis, der aber durch einen Bandscheibenvorfall gehandicapt ist. Klaus Polak und Georg Kölbl gleiten schön langsam Richtung "Hockey-Ruhestand" und verabschieden sich aus der Bundesliga - sie werden endgültig in der kommenden Saison der Mannschaft nicht mehr zur Verfügung stehen.

Das Ziel für die Feldsaison formuliert Präsident Xandl Kaiser folgendermaßen: "Wir wollen dieses Jahr das Finale erreichen - und wenn man schon dort ist, will man auch mehr! Der Weggang von Benny schmerzt uns natürlich, aber wir haben in den letzten Jahren im Jugendbereich sehr gut gearbeitet und werden die jungen Talente nun auch vermehrt in der ersten Mannschaft einsetzen. SV Arminen halte ich noch immer für die ausgeglichenste Mannschaft im Bewerb, die viel Routine mitbringt und einer der größten Konkurrenten sein wird."

HDI WAC war in den Sommermonaten vor allem damit beschäftigt alle Hochzeiten ihrer Herren-Spieler unterzubringen - Gratulation an alle Frischvermählten an dieser Stelle.

Sportlich gesehen gibt es bei den Rot-Schwarzen keine Überraschungen - sie sind in der Herren-Liga die einzige Konstante, die keine Wechsel aufzuweisen hat. Genau auf diese Stärke baut auch Head-Coach Robert Mayer, der seine Mannschaft in einem Drei-Kampf zwischen Post SV und SV Arminen sieht. Selbstbewusst meint er "SV Arminen ist zu favorisieren, aber diese Hürde wollen wir in der kommenden Saison nehmen." Um dieses Vorhaben zu realisieren, bekommt er Unterstützung von Co-Trainer Heinz Klausbruckner.

Auch HDI WAC wird von der erweiterten Festspielerliste profitieren und vermehrt junge Nachwuchstalente aus den eigenen Reihen in der ersten Mannschaft einsetzen.

Das größte sportliche Face-Lifting passiert wahrscheinlich bei NAVAX AHTC. Nach dem - im Nachhinein gesehen - eher verkorksten Versuch mit zwei Mannschaften in der Bundesliga zu reüssieren, konzentriert man sich nun auf klare Zielsetzungen, die folgendermaßen lauten:

- Eine Gruppe von jungen Spielern zu einem Team zu formen, welches bundesligatauglich ist.
- DNA der Mannschaft erarbeiten und Spielsystem für die Zukunft finden.
- Selbstbewusste Spieler entwickeln, die mutig spielen, weil sie im System sicher sind.
- Erreichen des Final Four 2022/23.

Demzufolge gibt es eine komplett neuformierte Mannschaft. Fischer Mathias, Fischer Ulrich, Gerö Matthias, Monghy Dominik und Schick Michael werden ihre Dienste der NAVAX Universitas zur Verfügung stellen. Tormann Rizzi Laurenzo wechselt zu Penguions nach Belgien, Soldat Christoph zum HTHC, Wohlschläger Leonhard zu HG Nürnberg und auch Schneider Jakob ist nach Deutschland zurückgekehrt.

Von Universitas werden folgende Spieler hochgezogen in die erste Mannschaft: Bogar Juraj, Garaj Richard, Krampl Matej, Ruile Nikolaus, Schiesser Erik, Schiesser Lukas und Scholz Paul. Heimkehrer Kern Oliver (HTHC) und Laich Johannes (Feudenheimer HC) werden NAVAX AHTC ebenfalls unterstützen wie auch Joß Julius (HC Graz).

Das Trainergespann lautet Lukas Staniczek und Hanno Poeschl - sie vermuten für die Saison 2022/23, dass SV Arminen sicher wieder Favorit ist, dass aber die Mannschaften in Bezug auf das Leistungsniveau sehr nahe zusammenrücken und eigentlich heuer jeder Meister werden kann.