Respekt und Sicherheit

Was bedeuten Begriffe wie Good Governance, Integrität oder Compliance? Was hat das mit dem Sport oder dem ÖHV zu tun? Öffentliche Geldgeber wollen, dass zur Verfügung gestellte Mittel in möglichst effizienter und wirkungsorientierter Form eingesetzt werden. Immer stärker werden daher Strukturen und Prozesse in der Verbandsarbeit hinterfragt. Somit rücken oben angeführte Begriffe in den Fokus.

Good Governance umfasst dabei die Art und Weise wie Entscheidungen getroffen werden, wie strategische Inhalte formuliert und wie diese operativ umgesetzt werden. Die Compliance zielt auf die Einhaltung dieses Ordnungsrahmens und dieser Regeln ab. Und wenn du Integrität besitzt, hast du starke moralische Prinzipien und lebst auch danach: Du verhältst dich anständig, aufrichtig, rechtschaffend, zuverlässig und vertrauenswürdig und bist nicht bestechlich.

Bekenntnis zu Respekt und Sicherheit

Der ÖHV bekennt sich schon seit Jahren dazu, dass "Respekt und Sicherheit" ein wichtiger Schwerpunkt ist und hat zur Sichtbarmachung nach außen ein entsprechendes Bekenntnis unterfertigt.

Als grundsätzliche Richtlinie werden die SAFE SPORT Standards von 100% SPORT herangezogen, die ein sicheres und chancengerechtes Sporttreiben ermöglichen. Der ÖHV wird für die Einhaltung dieser Kriterien Sorge tragen und für Mitarbeiter*innen-Qualifikation sorgen!

Der ÖHV und seine Mitglieder bekennen sich zu den sozialen, ethischen und kulturellen Werten des Sports. Der Verband und seine Mitglieder treten daher aktiv für die Integrität und Glaubwürdigkeit im Sport ein und lehnen jede Form der Manipulation von Sportbewerben strikt ab. Der Verband und seine Mitglieder richten ihr Handeln und Auftreten nach den Grundsätzen des Sportgeists, der Glaubwürdigkeit, des Bewusstseins, der Verantwortung und der Prävention aus und fordern die genannten Grundwerte der Integrität im Sport im Sinne des Verbandszwecks auch von den Sportlern, Betreuern und Schiedsrichtern als Verhaltensmaxime ein.

Der ÖHV unterstützt die laufende (Weiter-)Entwicklung von Informationen und Materialien für unterschiedliche Zielgruppen (wie Funktionärinnen, Trainerinnen, Sportler*nnen, Kinder und Jugendliche, Eltern) in Abstimmung mit den entsprechenden Fachstellen und stellt die Schnittstelle zur Hockey-Community dar.

Der ÖHV Integritätskodex

Der ÖHV Integritätskodex ist eine Erweiterung zum Bekenntnis für Respekt und Sicherheit und wurde umgesetzt, weil die FIH mit Wirkung vom 18. März 2022 den „FIH Integrity Code“ veröffentlicht hat. Der ÖHV hat die Inhalte nach bestem Wissen und Gewissen übersetzt und entscheidende Teile in den ÖHV Integritätskodex übernommen. Unter Punkt 5. im FIH Integrity Code schreibt die FIH Pflichten für nationale Verbände vor. Der ÖHV erkennt diese Vorgaben an und hat seinen Integritätskodex entsprechend abgestimmt.

Vertrauensperson

Ursprünglich benennt der ÖHV 2019 eine ehrenamtliche „Gender-Beauftragte“, die sich um die Umsetzung der Themen rund um Gender-Mainstreaming kümmert und auch als Vertrauensperson für die Prävention von (sexualisierter) Gewalt und Missbrauch im Sport zur Verfügung steht.

Aufgrund der Kleinheit des Verbandes wird sie mittlerweile als „Vertrauensperson für Respekt und Sicherheit“ bezeichnet, ist als Kinderschutzbeauftragte nominiert und agiert als „Ombudsperson“ für die Umsetzung von Respekt und Sicherheit.

Sie ist die erste Ansprechpartnerin im Verdachtsfall und kann im Falle einer Beschwerde von Kindern, Jugendlichen und deren Bezugspersonen oder auch von AthletInnen kontaktiert werden. Sie dokumentiert Beschwerden und leitet notwendige Maßnahmen ein. Dabei berücksichtigt sie das interne Beschwerdemanagement.

Sie agiert als Multiplikatorin für Athlet*innen, Eltern und Coaches. Sie sorgt selbständig für ihre eigene Weiterbildung, greift wichtige Themen auf, leitet Hilfemaßnahmen ein und bringt Themen in Absprache mit der Generalsekretärin in die entsprechenden Gremien. Sie arbeitet eng mit der Generalsekretärin zusammen, die die Schnittstelle zum Präsidium ist.

Mag.a iur. Petra Gatschelhofer-Kubassa
akad. Gerontologin
Telefon: +43 664 968 98 03
E-Mail

Petra ist seit mehr als 25 Jahren mit dem Hockey eng verbunden (als Spielerin, Trainerin und Coach für Kinder- und Damenmannschaften). Beruflich weist sie zahlreiche juristische Tagesfortbildungen auf, sie ist als Sicherheitsvertrauensperson ausgebildet, hat 2022 einen Lehrgang zur Krisenlotsin absolviert und verfügt über viel Erfahrung in der Rechtsberatung.

Downloads

Vertiefende Informationen & Links

Das BMKÖS veröffentlicht auf der Webseite viele hilfreiche Publikationen zu den Themen Respekt und Sicherheit, Menschenrechte oder zum Sport ganz allgemein. Zu empfehlen sind folgende Publikationen.

Handreichung Respekt und Sicherheit
Handreichung Respekt und Sicherheit (PDF, 19 MB)
Autor: 100% SPORT (Hrsg.)

Sexualisierte Gewalt ist ein Thema, mit dem sich in Österreich auch der Sport auf allen Ebenen beschäftigen muss. Ein wesentlicher Schutz vor Übergriffen sind sensibilisierte Sportorganisationen, in denen es Personen gibt, die sich intensiv mit dem Thema der Präventation auseinandergesetzt haben und somit über das nötige Knowhow verfügen. Die Publikation „Für Respekt und Sicherheit – gegen sexualisierte Übergriffe im Sport“ ist ein wesentliches Element, um diese Sensibilisierung voranzutreiben. Am 9. März 2023 präsentierte das BMKÖS zusammen mit 100% Sport die 3. Auflage der Handreichung “Für Respekt und Sicherheit”.

Internationale Sportereignisse und Menschenrechte – Ein Handbuch zur Umsetzung in Österreich Internationale Sportereignisse und Menschenrechte – Ein Handbuch zur Umsetzung in Österreich (PDF, 2 MB)

Autor: fairplay Initiative - Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (VIDC)

*Am 5. Juli 2021 präsentierte das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) ein Handbuch zum Schutz und der Achtung von Menschenrechten bei internationalen Sportereignissen in Österreich. Im Auftrag des BMKÖS erarbeitete die fairplay Initiative ein Handbuch, das den österreichischen Sport dabei unterstützen wird, Sportereignisse so zu gestalten, dass die Menschenrechte geachtet und gestärkt werden.

Ziel des Handbuchs ist,

  • Verbände zu animieren, ihre Sportereignisse im Sinne der Menschenrechte zu gestalten,
  • Praktische Anleitung und Unterstützung bei der Umsetzung zu bieten,
  • Sowie allgemein für die Wahrung der Menschenrechte zu sensibilisieren.*

Externe Hilfe benötigt?

Wer sich lieber extern beraten lassen möchte, kann sich natürlich auch gerne an externe Beratungsstellen wenden. Wir empfehlen 100% SPORT, die seit vielen Jahren eine der zentralen Anlaufstellen ist, wenn es um Präventionsarbeit und den Schutz vor Gewalt aller Akteur*innen im österreichischen Sport geht.

Gefördert vom Sportministerium ist 100% SPORT gemeinsam mit einem Verein aus dem Bereich Kunst und Kultur mit der Einrichtung einer Vertrauensstelle betraut worden. Unter der Dachmarke vera* – Vertrauensstelle gegen Belästigung und Gewalt in Kunst, Kultur und Sport agieren die beiden Vereine als unabhängige Anlaufstellen. Ein Kernelement des Angebots der Vertrauensstelle für den Sport ist die Beratung und Begleitung von Personen, die von Belästigung und Gewalt im Sport betroffen sind.

Nähere Informationen zur Vertrauensstelle unter: www.vera-vertrauensstelle.at

Wer kann sich an den Kompetenzbereich vera* Sport wenden?

  • Sportler*innen und Betroffene von Belästigung und Gewalt im Sport, egal ob organisierter Breiten-Leistungs- oder Spitzensport
  • Haupt- und ehrenamtlich tätige Personen (Trainerinnen, Betreuerinnen, Schiedsrichter*innen, Vertrauenspersonen, etc.) und
  • Erziehungsberechtigte, die Fragen zu einem Vorfall oder einem Verdacht haben, oder selbst Betroffene von Belästigung oder Gewalt im Sport sind.

Die Beratungsleistungen sind kostenlos. Die Mitarbeiter*innen hören zu, beraten vertraulich und vermitteln im Bedarfsfall an weiterführende Unterstützungsleistungen.